Afrikaner feiern in Islington

Die Afrikanerin wartet an der Bushaltestelle. Sie steht in ihrer Sonntagsbestform, ein wunderschönes mintgrünes Oberteil und ein mintgrüner Rock, die eng über ihre wunderschönen Kurven passen und lange zu Boden fallen. Ihr Kopfschmuck ist aus demselben Minzgrün genäht.

Der Stoff ist mit feinen weißen Blüten bestickt und in eine Broderie-Anglaise aus blütenblattförmigen Ösen geschnitten. Ihre rosarote Clutch sorgt für einen Hauch von Frühlingsfarbe. In ihrer tadellosen Haltung streckt sie einen Arm aus, um den Bus anzuhalten, und steigt selbstbewusst an Bord.

Noch ein Sunda y , noch drei Afrikaner in Bestform – wenn auch weniger gefasst. Zumindest Ende 60 rumpeln sie vorbei und eilen auf ein Auto zu, das willkürlich vorfährt. Die Männer tragen Madiba-Hemden mit Anglohosen. Das Outfit der Frau ist königsblau und gold mit roten Flecken. Als sie sich schwer auf den Rücksitz senkt, sehe ich ihre Schuhe: eine offene Marine-Sandale; die andere, eine schwarze Ballerina.

Die mit Abstand spektakulärste Sichtung findet jedoch vor der St. Mary’s Church in der Upper Street im grünen Schatten der Londoner Platanen statt. Es beginnt als Audio-Sensation. Nach ungefähr einer Minute hören wir steigendes Geschwätz, Ausrufe und Jubel. Die Leute nähern sich erwartungsvoll.

Rund fünfzig afrikanische Männer, Frauen und Kinder sind versammelt, um eine Hochzeit zu feiern. Der Tag ist bewölkt, aber die Straße sieht so hell aus. Ocker, Bernstein, Lila, Blaugrün, Purpur, Magenta, Sonnenblume … jede Farbe unter der Sonne ist hier. Brillantes Lächeln blitzt auf Ebenholzhaut. Die Mütter sind atemberaubend mit rotem Lippenstift und Türmen aus glattem schwarzem Haar. Die ebenso kaleidoskopischen Väter grüßen sich jubelnd. Die Kleinkinder sind Miniaturversionen ihrer Eltern, gekleidet in winzige afrikanische Anzüge. Aus der Tiefe der Kakophonie taucht die Braut in traditionellem Weiß auf.

Die ganze Welt bleibt stehen, um zu starren. Sogar der Verkehr verlangsamt sich. Niemand kann dem Spektakel widerstehen und jeder Zuschauer lächelt, so ist die Freude, die ausstrahlt.

Ungefähr eine Woche später schlendern wir vom Abendessen nach Hause. Am Kreisverkehr in der Nähe unseres Hauses hat ein alter Volvo-Kombi angehalten. Erst wenn wir praktisch am Auto vorbeigefahren sind, sehen wir zwei üppige Böden, die in die Nachtluft ragen und von lebendigen Textilien umgeben sind. Sie schwanken auf Plateau-Absätzen.

Zwei schlanke afrikanische Damen kämpfen mit ihrer hinteren Stoßstange, von der ein Teil die Straße kratzt. Der andere Teil wurde nach innen gedrückt. Sie beugen sich vor und lehnen das Gewicht ihres Körpers dagegen, um den Dint umzukehren. Wir rennen zurück, um ihnen zu helfen.

In akzentuiertem Englisch sagen sie uns: „Wir gehen zu einer Hochzeit. Ein Mann traf uns und als wir vorfuhren, fuhr er einfach weg. Jetzt sind wir sehr spät dran. “

Sie kündigen letzteres als einfache Tatsachenfeststellung ohne besondere Bedrängnis an. Selbst wenn sie auf dem Bitumen knien und unter die Basis ihres Autos schauen, sind sie so elegant. Wir verwalten eine vorübergehende Reparatur für den Stoßfänger.

Wenn sie wegfahren, falten sie ihre Körper ruhig zurück in das Fahrzeug und neigen ihren Hals zur Seite, um ihre übergroßen Kopfwickel aufzunehmen. Ihr Lachen schwebt aus den offenen Fenstern und im Wind zu uns zurück.

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